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EAA Compliance: Navigieren durch die Anforderungen bis 2026 – Ein Expertenratgeber

Der Druck auf Unternehmen, die Europäische Verordnungen zur Barrierefreiheit (EAA) einzuhalten, steigt stetig. Viele kämpfen mit dem Verständnis der...

ATAccessio Team
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Der Druck auf Unternehmen, die Europäische Verordnungen zur Barrierefreiheit (EAA) einzuhalten, steigt stetig. Viele kämpfen mit dem Verständnis der komplexen Anforderungen und der Angst vor empfindlichen Strafen. Dieser Ratgeber beleuchtet die EAA-Anforderungen bis 2026, bietet praktische Einblicke und zeigt, wie Unternehmen effektiv Compliance erreichen können.

Die EAA: Was steckt dahinter?

Die EAA (European Accessibility Act), die am 27. September 2023 in Kraft getreten ist, zielt darauf ab, die Barrierefreiheit von Produkten und Dienstleistungen in der Europäischen Union zu verbessern. Sie betrifft eine breite Palette von Bereichen, darunter Websites, mobile Anwendungen, Software, Hardware, elektronische Dokumente und öffentliche Verkehrsmittel. Die Verordnung basiert auf den WCAG (Web Content Accessibility Guidelines), dem international anerkannten Standard für Web-Barrierefreiheit.

Zeitlicher Rahmen und Fristen

Die EAA-Verordnung sieht unterschiedliche Fristen für verschiedene Arten von Unternehmen und Produkten vor. Unternehmen mit mehr als 50 Mitarbeitern müssen ihre Websites und mobilen Anwendungen bis zum 28. September 2025 barrierefrei gestalten. Kleinere Unternehmen und Hersteller von Hardware haben bis zum 28. Juni 2026 Zeit. Die EAA-Fristen sind daher ein kritischer Faktor für die Planung von Compliance-Maßnahmen.

Welche Produkte und Dienstleistungen sind betroffen?

Die EAA deckt ein breites Spektrum ab. Hier einige Beispiele:

  • Websites: Alle öffentlich zugänglichen Websites von Unternehmen und öffentlichen Einrichtungen.
  • Mobile Anwendungen: Apps für Smartphones und Tablets.
  • Software: Programme, die auf Computern und anderen Geräten ausgeführt werden.
  • Hardware: Geräte wie Computer, Smartphones, Tablets und Kassenautomaten.
  • Elektronische Dokumente: PDFs, Word-Dokumente und andere digitale Dokumente.
  • Dienstleistungen der öffentlichen Verkehrsmittel: Informationen über Fahrpläne, Ticketverkauf und Zugänglichkeit von Bahnhöfen.

Ausnahmen und Sonderregelungen

Es gibt einige Ausnahmen von den EAA-Anforderungen. Beispielsweise sind kleinere Unternehmen, die weniger als 50 Mitarbeiter beschäftigen, von einigen Verpflichtungen befreit. Ebenso können bestimmte Arten von Dokumenten und Software von der Barrierefreiheitspflicht ausgenommen sein, wenn die Kosten für die Anpassung unverhältnismäßig hoch wären.

Die wichtigsten Anforderungen der EAA 2026

Die EAA-Anforderungen basieren auf den WCAG 2.1 und werden durch WCAG 2.2 ergänzt. Die Kernpunkte umfassen:

  • Vorhersehbarkeit: Inhalte müssen logisch strukturiert und vorhersehbar sein.
  • Bedienbarkeit: Inhalte müssen über verschiedene Eingabemethoden bedienbar sein (Tastatur, Maus, Sprachsteuerung).
  • Verständlichkeit: Inhalte müssen klar und verständlich sein, auch für Menschen mit kognitiven Einschränkungen.
  • Robustheit: Inhalte müssen mit verschiedenen Technologien und Browsern kompatibel sein.

WCAG 2.2: Neue Anforderungen

WCAG 2.2 führt neue Erfolgskriterien ein, die insbesondere die Barrierefreiheit von dynamischen Inhalten und komplexen Webanwendungen betreffen. Beispiele hierfür sind Kriterien für die Zeitsteuerung von Inhalten und die Unterscheidung zwischen Eingabe- und Navigationsfeldern. Die Anpassung an diese neuen Kriterien ist ein wichtiger Schritt zur EAA-Compliance.

Herausforderungen und häufige Fehler

Viele Unternehmen stoßen bei der EAA-Compliance auf Herausforderungen. Häufige Fehler sind:

  • Mangelnde Kenntnisse: Unzureichendes Verständnis der EAA-Anforderungen und der WCAG-Richtlinien.
  • Fehlende Ressourcen: Unzureichende finanzielle und personelle Ressourcen für die Umsetzung von Barrierefreiheitsprojekten.
  • Oberflächliche Lösungen: Verwendung von Accessibility-Overlays, die lediglich Symptome behandeln, anstatt die zugrunde liegenden Probleme zu beheben.
  • Unzureichende Tests: Fehlende oder unzureichende Tests mit Menschen mit Behinderungen.

"Wir haben festgestellt, dass viele Unternehmen Accessibility-Overlays als schnelle Lösung einsetzen. Diese sind jedoch oft ineffektiv und können sogar neue Barrieren schaffen. Eine fundierte, Code-basierte Lösung ist unerlässlich."

Praktisches Beispiel: E-Commerce-Unternehmen

Betrachten wir ein E-Commerce-Unternehmen mit einem Online-Shop. Um die EAA-Compliance zu erreichen, muss das Unternehmen sicherstellen, dass:

  • Die Navigation des Shops intuitiv und über die Tastatur bedienbar ist.
  • Produktbilder mit aussagekräftigen Alternativtexten versehen sind.
  • Formulare für Bestellungen und Kundenkonten klar beschriftet und mit Fehlermeldungen versehen sind.
  • Videos mit Untertiteln und Transkripten verfügbar sind.

Der Einsatz von AI-gestützten Tools

Die EAA-Compliance kann komplex und zeitaufwändig sein. Accessio.ai bietet hier eine Lösung. AI-gestützte Tools können den Prozess der Identifizierung und Behebung von Barrierefreiheitsproblemen erheblich beschleunigen, indem sie Probleme direkt im Quellcode erkennen und beheben. Dies ist effizienter als manuelle Ansätze und stellt sicher, dass die Barrierefreiheit von Grund auf korrekt implementiert wird.

Key Takeaways

  • Die EAA-Verordnung erfordert eine umfassende Barrierefreiheit von Produkten und Dienstleistungen.
  • Die EAA-Fristen sind entscheidend für die Planung von Compliance-Maßnahmen.
  • WCAG 2.2 stellt neue Anforderungen an die Barrierefreiheit dynamischer Inhalte.
  • Accessibility-Overlays sind keine nachhaltige Lösung für EAA-Compliance.
  • AI-gestützte Tools können den Prozess der EAA-Compliance erheblich beschleunigen und verbessern.

Next Steps

  • Bestandsaufnahme: Führen Sie eine umfassende Prüfung Ihrer Websites, mobilen Anwendungen und anderer betroffener Produkte und Dienstleistungen durch.
  • Priorisierung: Priorisieren Sie die Behebung der kritischsten Barrierefreiheitsprobleme.
  • Schulung: Schulen Sie Ihre Mitarbeiter in den Grundlagen der Barrierefreiheit.
  • Testen: Führen Sie regelmäßige Tests mit Menschen mit Behinderungen durch.
  • Implementierung: Setzen Sie eine langfristige Strategie zur EAA-Compliance um, die die Integration von Barrierefreiheit in alle Phasen der Produktentwicklung umfasst.
  • Beratung: Ziehen Sie die Expertise von Barrierefreiheitsexperten in Betracht, um den Prozess zu optimieren und sicherzustellen, dass alle Anforderungen erfüllt werden.
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