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ADA-Bestimmungen 2026: Vermeiden Sie Rechtsstreitigkeiten mit dieser Experten-Anleitung (8632)

Die Zahl der Klagen wegen Nichteinhaltung der ADA (Americans with Disabilities Act) im digitalen Raum steigt. Für deutsche, österreichische und...

ATAccessio Team
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Die Zahl der Klagen wegen Nichteinhaltung der ADA (Americans with Disabilities Act) im digitalen Raum steigt. Für deutsche, österreichische und schweizerische Unternehmen, die Websites oder Apps anbieten, ist dies ein wachsendes Risiko. Diese Anleitung bietet eine detaillierte Analyse der aktuellen ADA-Bestimmungen, einschließlich der neuesten Entwicklungen bis 2026, und zeigt auf, wie Sie proaktiv Compliance sicherstellen und kostspielige Rechtsstreitigkeiten vermeiden können.

Die wachsende ADA-Bedrohung für Unternehmen in Europa

Die ADA, ursprünglich ein US-amerikanisches Gesetz, hat auch für Unternehmen außerhalb der USA erhebliche Auswirkungen. Gerichtsurteile in den USA beeinflussen zunehmend die Interpretation und Anwendung von Barrierefreiheitsgesetzen weltweit. Der Title III der ADA, der Diskriminierung aufgrund von Behinderungen in öffentlichen Einrichtungen verbietet, gilt auch für Websites und mobile Apps, die als "öffentliche Einrichtungen" betrachtet werden.

Ein kürzliches Urteil in Kalifornien verurteilte ein Einzelhandelsunternehmen zu einer Zahlung von über 1 Million Dollar wegen ADA-Verletzungen, die durch eine nicht barrierefreie Website verursacht wurden. Dies unterstreicht die finanziellen Risiken.

Dies betrifft insbesondere Unternehmen, die Produkte oder Dienstleistungen online anbieten oder über Websites Informationen bereitstellen, die für die Öffentlichkeit zugänglich sein müssen. Die zunehmende Nutzung von WCAG (Web Content Accessibility Guidelines) als Referenz für ADA-Compliance verstärkt diese Entwicklung.

ADA Title III: Was Unternehmen wissen müssen

ADA Title III verbietet Diskriminierung aufgrund von Behinderungen in öffentlichen Unternehmungen, einschließlich Websites und mobilen Apps. Das bedeutet, dass Unternehmen sicherstellen müssen, dass ihre digitalen Angebote für Menschen mit Behinderungen zugänglich sind. Diese Zugänglichkeit umfasst nicht nur Menschen mit Sehbehinderungen, sondern auch Menschen mit Hörbehinderungen, motorischen Einschränkungen und kognitiven Beeinträchtigungen.

Die Anwendung des Title III auf Websites ist komplex und hängt von Faktoren wie der Art des Unternehmens, dem angebotenen Service und der Interaktivität der Website ab. Die EAA (Equality Act for All), eine vorgeschlagene US-Gesetzgebung, könnte die ADA weiter ausweiten und die Anforderungen an die digitale Barrierefreiheit erhöhen – ein Aspekt, den Unternehmen bis 2026 im Auge behalten sollten.

Aktuelle Herausforderungen bei der ADA-Compliance

Eine der größten Herausforderungen ist die Interpretation der WCAG 2.2, die oft als Standard für ADA-Compliance herangezogen wird. Die WCAG 2.2 enthält detaillierte Erfolgskriterien, die jedoch nicht immer einfach zu verstehen und umzusetzen sind. Zusätzlich erschweren dynamische Inhalte, komplexe Interaktionen und die Verwendung neuer Technologien die Einhaltung der Richtlinien.

Der Unterschied zwischen Overlays und Code-basierten Lösungen

Viele Unternehmen greifen auf sogenannte "Accessibility Overlays" zurück, um die Barrierefreiheit ihrer Websites zu verbessern. Diese Overlays sind jedoch oft nur oberflächlich und beheben keine zugrunde liegenden Probleme im Code. Accessio.ai bietet eine alternative Lösung, die direkt auf die Codebasis zugreift und Probleme an der Quelle behebt. Dies führt zu einer nachhaltigeren und effektiveren Lösung.

WCAG 2.2 und die ADA: Eine enge Verbindung

Die WCAG 2.2 sind ein internationaler Standard für Web-Barrierefreiheit. Obwohl sie nicht direkt im ADA-Gesetz erwähnt werden, werden sie von Gerichten und Experten oft als Referenz für die Bestimmung der Anforderungen an die digitale Barrierefreiheit herangezogen. Die Einhaltung der WCAG 2.2 ist daher ein wichtiger Schritt zur ADA-Compliance.

Die WCAG 2.2 umfasst eine Reihe von Erfolgskriterien, die in drei Ebenen unterteilt sind: A, AA und AAA. Die AA-Ebene gilt allgemein als die Mindestanforderung für ADA-Compliance. Unternehmen sollten jedoch bestrebt sein, die AAA-Ebene zu erreichen, um eine maximale Zugänglichkeit zu gewährleisten.

Beispiele für WCAG 2.2-Anforderungen

  • Alternative Texte für Bilder: Bilder müssen mit beschreibenden Alternativtexten versehen werden, damit sie von Screenreadern interpretiert werden können.
  • Untertitel für Videos: Videos müssen Untertitel enthalten, um Menschen mit Hörbehinderungen den Zugang zu ermöglichen.
  • Tastaturnavigation: Alle Funktionen der Website müssen über die Tastatur bedienbar sein, um Menschen mit motorischen Einschränkungen die Navigation zu ermöglichen.
  • Kontrastverhältnisse: Text und Hintergrundfarben müssen ausreichend Kontrast aufweisen, um von Menschen mit Sehbehinderungen gelesen werden zu können.

Praktische Beispiele und Fallstudien

Ein Beispiel ist die Website eines großen Reiseveranstalters, die aufgrund mangelnder Barrierefreiheit verklagt wurde. Die Kläger argumentierten, dass die Website für Menschen mit Sehbehinderungen nicht zugänglich war, da wichtige Informationen nicht mit Screenreadern interpretiert werden konnten. Das Unternehmen musste eine beträchtliche Summe an Schadenersatz zahlen und seine Website umfassend überarbeiten.

In unserem eigenen Erfahrungsschatz haben wir gesehen, wie ein mittelständisches E-Commerce-Unternehmen durch die Implementierung einer umfassenden Barrierefreiheitsstrategie nicht nur ADA-Compliance erreichte, sondern auch seine Reichweite und seinen Umsatz steigern konnte. Die verbesserte Zugänglichkeit führte zu einer größeren Kundenzufriedenheit und einem positiven Image.

ADA-Gesetzgebung und Trends bis 2026

Die ADA-Gesetzgebung entwickelt sich ständig weiter. Bis 2026 sind mehrere Trends zu erwarten, die Unternehmen in die Aufmerksamkeit nehmen müssen:

  • Verstärkte Durchsetzung: Die Behörden werden die ADA-Compliance verstärkt überwachen und durchsetzen.
  • Erhöhte Schadenersatzforderungen: Gerichtsurteile werden voraussichtlich höhere Schadenersatzforderungen beinhalten.
  • Auswirkungen der EAA: Die potenzielle Verabschiedung der EAA könnte die ADA-Anforderungen weiter ausweiten.
  • Fokus auf mobile Apps: Die Anforderungen an die Barrierefreiheit von mobilen Apps werden immer wichtiger.

Key Takeaways

  • Die ADA-Compliance ist für Unternehmen mit Online-Präsenz, insbesondere in den USA, aber auch für europäische Unternehmen, ein kritisches Thema.
  • Title III der ADA kann Websites und Apps als "öffentliche Einrichtungen" betrachten und somit Compliance-Anforderungen stellen.
  • Die WCAG 2.2 dienen oft als Referenz für ADA-Compliance, wobei die AA-Ebene als Mindeststandard gilt.
  • Overlays sind oft keine nachhaltige Lösung; Code-basierte Ansätze, wie die von Accessio.ai angebotenen, sind effektiver.
  • Die ADA-Gesetzgebung entwickelt sich weiter, und Unternehmen müssen bis 2026 auf neue Trends und Anforderungen vorbereitet sein.

Next Steps

  1. Führen Sie eine Barrierefreiheitsschätzung Ihrer Website oder App durch. Nutzen Sie Tools und Experten, um die aktuellen Schwachstellen zu identifizieren.
  2. Entwickeln Sie einen Plan zur Behebung der festgestellten Probleme. Priorisieren Sie die wichtigsten Probleme und setzen Sie realistische Ziele.
  3. Schulen Sie Ihre Mitarbeiter in Bezug auf Barrierefreiheit. Stellen Sie sicher, dass alle Beteiligten die Bedeutung von Barrierefreiheit verstehen und wissen, wie sie dazu beitragen können.
  4. Überprüfen Sie regelmäßig Ihre Website oder App auf Barrierefreiheit. Barrierefreiheit ist ein fortlaufender Prozess, der ständige Aufmerksamkeit erfordert.
  5. Erwägen Sie die Implementierung einer AI-gestützten Lösung wie Accessio.ai, um den Prozess der Barrierefreiheit zu beschleunigen und die Qualität der Ergebnisse zu verbessern.
  6. Bleiben Sie über aktuelle Entwicklungen in der ADA-Gesetzgebung und den WCAG-Richtlinien auf dem Laufenden.
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