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7 Wünsche von Nutzer:innen von Bildschirmleseprogrammen an Online-Shops – und wie Sie diese 2026 erfüllen

Der Online-Handel boomt, doch für Menschen, die auf Bildschirmleseprogramme (Screen Reader) angewiesen sind, bleibt er oft ein Hindernislauf. Diese...

ATAccessio Team
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Der Online-Handel boomt, doch für Menschen, die auf Bildschirmleseprogramme (Screen Reader) angewiesen sind, bleibt er oft ein Hindernislauf. Diese Technologie, die es Menschen mit Sehbehinderungen oder anderen Einschränkungen ermöglicht, digitale Inhalte zu konsumieren, stößt bei vielen Online-Shops auf Barrieren. Das führt zu Frustration, verpassten Umsätzen und potenziellen rechtlichen Konsequenzen. In diesem Artikel beleuchten wir sieben Wünsche von Nutzer:innen von Bildschirmleseprogrammen und bieten Ihnen konkrete Lösungen, um Ihre Online-Shops barrierefreier und inklusiver zu gestalten – speziell im Kontext der sich entwickelnden Technologien und Gesetzesänderungen bis 2026.

Warum Barrierefreiheit im E-Commerce 2026 unerlässlich ist

Barrierefreiheit im E-Commerce ist nicht nur eine Frage der Ethik, sondern auch eine geschäftliche Notwendigkeit. Laut Schätzungen nutzen in Deutschland, Österreich und der Schweiz mehrere Millionen Menschen Bildschirmleseprogramme oder andere assistive Technologien. Das sind potenzielle Kund:innen, die durch mangelnde Barrierefreiheit abgehalten werden, Ihre Produkte und Dienstleistungen zu nutzen.

"Die digitale Kluft darf nicht größer werden. Barrierefreiheit ist ein Menschenrecht und ein wichtiger Wettbewerbsvorteil." - Aussage von Dr. Anna Weber, Expertin für Digitale Inklusion

Zudem verschärfen sich die rechtlichen Anforderungen. Die Europäische Norm für Barrierefreiheit für Online-Inhalte (EAA 2026), die auf den Web Content Accessibility Guidelines (WCAG) basiert, wird 2026 in Kraft treten und die Anforderungen an die Barrierefreiheit von Online-Angeboten deutlich erhöhen. Die Americans with Disabilities Act (ADA) in den USA hat ebenfalls globale Auswirkungen und wird in ähnlicher Weise interpretiert. Die Nichteinhaltung dieser Standards kann zu teuren Rechtsstreitigkeiten führen.

1. Klare und Vorhersagbare Navigation

Nutzer:innen von Bildschirmleseprogrammen verlassen sich auf eine logische und konsistente Navigation. Unvorhersehbare Menüs, sich ständig ändernde Seitenstrukturen und inkonsistente Beschriftungen führen zu Verwirrung und Frustration.

  • Problem: Komplexe Dropdown-Menüs ohne klare Reihenfolge.
  • Lösung: Verwenden Sie einfache, hierarchische Menüs. Stellen Sie sicher, dass die Reihenfolge der Menüpunkte logisch und vorhersehbar ist. Nutzen Sie ARIA-Attribute (Accessible Rich Internet Applications) wie aria-labelledby und aria-describedby, um Menüpunkte eindeutig zu beschreiben.

2. Aussagekräftige Alternativtexte für Bilder

Bilder sind oft ein wichtiger Bestandteil von Online-Shops, aber für Nutzer:innen von Bildschirmleseprogrammen sind sie ohne Alternativtexte (Alt-Texte) unsichtbar. Ein guter Alternativtext beschreibt den Inhalt und die Funktion des Bildes.

  • Problem: Leere oder generische Alt-Texte wie "Bild" oder "Logo".
  • Lösung: Beschreiben Sie das Bild präzise und relevant für den Kontext. Beispiel: Statt "Bild" schreiben Sie "Damenbluse aus Baumwolle, blau gestreift". Für dekorative Bilder, die keine wesentliche Information liefern, verwenden Sie alt="".

3. Korrekte Überschriftenstruktur

Die Überschriftenstruktur (H1, H2, H3 usw.) ist für Nutzer:innen von Bildschirmleseprogrammen ein wichtiges Navigationsmittel. Sie ermöglicht es, den Inhalt schnell zu überfliegen und die relevanten Abschnitte zu finden.

  • Problem: Überschriften werden nicht semantisch korrekt verwendet (z.B. zur Formatierung von Text, nicht zur Strukturierung des Inhalts).
  • Lösung: Verwenden Sie Überschriften in der richtigen Reihenfolge. Beginnen Sie mit einer H1-Überschrift für den Haupttitel der Seite und verwenden Sie dann H2-Überschriften für die Hauptabschnitte, H3-Überschriften für Unterabschnitte usw.

4. Formulare müssen zugänglich sein

Formulare, wie z.B. Bestellformulare oder Kontaktformulare, sind oft ein Stolperstein für Nutzer:innen von Bildschirmleseprogrammen. Fehlende Beschriftungen, unklare Fehlermeldungen und unlogische Reihenfolge erschweren die Eingabe erheblich.

  • Problem: Beschriftungen (Labels) sind nicht mit den Eingabefeldern verknüpft.
  • Lösung: Verwenden Sie das <label>-Element, um Beschriftungen mit den Eingabefeldern zu verknüpfen. Stellen Sie sicher, dass Fehlermeldungen klar und verständlich sind und dem Nutzer:in sagen, welches Feld fehlerhaft ist.

5. Dynamischer Inhalt muss korrekt gemeldet werden

Viele Online-Shops verwenden dynamischen Inhalt, der sich ohne Neuladen der Seite ändert (z.B. Warenkorb-Updates, Produktbewertungen). Nutzer:innen von Bildschirmleseprogrammen müssen über diese Änderungen informiert werden.

  • Problem: Dynamische Inhalte werden nicht angekündigt.
  • Lösung: Verwenden Sie ARIA-Live-Regionen (aria-live="polite" oder aria-live="assertive") um Nutzer:innen über Änderungen zu informieren. Beispiel: "Der Warenkorb enthält nun 3 Artikel."

6. Klare und Verständliche Sprache

Komplexe Fachbegriffe und umgangssprachliche Ausdrücke können für Nutzer:innen von Bildschirmleseprogrammen schwer verständlich sein. Eine klare und einfache Sprache erleichtert das Verständnis.

  • Problem: Überfrachtete Produktbeschreibungen mit Fachjargon.
  • Lösung: Verwenden Sie eine einfache und verständliche Sprache. Definieren Sie Fachbegriffe, wenn sie unbedingt notwendig sind. Bieten Sie alternative Beschreibungen in einfacher Sprache an.

7. Tastaturnavigation muss vollständig funktionieren

Viele Nutzer:innen von Bildschirmleseprogrammen navigieren ausschließlich mit der Tastatur. Stellen Sie sicher, dass alle Funktionen und Inhalte Ihres Online-Shops auch ohne Maus bedienbar sind.

  • Problem: Einige Elemente sind nur mit der Maus bedienbar.
  • Lösung: Stellen Sie sicher, dass alle interaktiven Elemente (z.B. Links, Buttons, Formularfelder) mit der Tab-Taste erreichbar sind. Die Reihenfolge der Tab-Reihenfolge muss logisch und vorhersehbar sein.

Ein Beispiel: Das Problem der Slider

Ein häufiges Problem sind Slider (Schieberegler) zur Darstellung von Produktvarianten oder Bewertungen. Oftmals sind diese für Screenreader nicht zugänglich, da die Navigation durch die verschiedenen Optionen schwierig ist. Ein Online-Modehändler hat beispielsweise ein Problem mit einem Slider, der die Farbauswahl für eine Jacke steuert. Nutzer:innen konnten die verschiedenen Farben nicht auswählen, da der Screenreader die Optionen nicht korrekt ankündigte. Durch die Implementierung von ARIA-Attributen und einer klareren Struktur konnte das Problem behoben werden.

Key Takeaways

  • Barrierefreiheit ist ein geschäftlicher Imperativ und eine rechtliche Notwendigkeit.
  • Nutzer:innen von Bildschirmleseprogrammen haben spezifische Bedürfnisse und Wünsche.
  • Die Einhaltung der WCAG 2.2 ist ein wichtiger Schritt zur Barrierefreiheit.
  • Dynamischer Inhalt muss korrekt gemeldet werden.
  • Klarheit und Verständlichkeit sind entscheidend.
  • Accessio.ai bietet eine Möglichkeit, diese Probleme automatisiert zu erkennen und zu beheben, indem es direkt im Quellcode Änderungen vornimmt – anders als einfache Overlay-Lösungen, die nur oberflächliche Verbesserungen bieten.

Next Steps

  • Führen Sie eine Barrierefreiheitsscan Ihrer Website durch. Es gibt zahlreiche Tools, die Ihnen dabei helfen können.
  • Testen Sie Ihre Website mit einem Bildschirmleseprogramm (z.B. NVDA, VoiceOver).
  • Schulen Sie Ihre Entwickler und Content-Ersteller in Bezug auf Barrierefreiheit.
  • Berücksichtigen Sie Barrierefreiheit bereits in der Planungsphase neuer Projekte.
  • Nutzen Sie AI-gestützte Tools wie Accessio.ai, um den Prozess der Barrierefreiheit zu beschleunigen und die Qualität der Ergebnisse zu verbessern. Besuchen Sie www.accessio.ai für weitere Informationen.
  • Beziehen Sie Nutzer:innen von Bildschirmleseprogrammen in den Testprozess ein. Ihr Feedback ist unschätzbar wertvoll.
  • Bleiben Sie auf dem Laufenden über die neuesten Barrierefreiheitsstandards und -technologien.
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