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Mobile Accessibility: Warum 77% der Apps Grundlegende Standards Verfehlen – Ein Blick auf 2026

Die mobile Nutzung ist allgegenwärtig. Apps sind ein zentraler Bestandteil unseres digitalen Lebens geworden, sowohl für Konsumenten als auch für...

ATAccessio Team
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Die mobile Nutzung ist allgegenwärtig. Apps sind ein zentraler Bestandteil unseres digitalen Lebens geworden, sowohl für Konsumenten als auch für Unternehmen. Trotzdem scheitern erstaunliche 77% der mobilen Anwendungen an grundlegenden Barrierefreiheitsstandards. Dieser Artikel untersucht die Gründe für dieses Problem und bietet konkrete Lösungen, die auf die aktuellen Anforderungen und Herausforderungen des Jahres 2026 zugeschnitten sind.

Die Statistik: Ein Alarmierender Trend

77% der mobilen Apps verstoßen gegen grundlegende Barrierefreiheitsstandards. Diese Zahl ist nicht nur schockierend, sondern unterstreicht auch die dringende Notwendigkeit, sich mit diesem Thema auseinanderzusetzen. (Quelle: App Radar, 2024 – Daten aus 2026 extrapoliert)

Die hohe Rate an nicht-barrierefreien Apps hat weitreichende Konsequenzen. Sie schließt Millionen von Menschen mit Behinderungen von wichtigen Informationen und Dienstleistungen aus. Darüber hinaus birgt sie rechtliche Risiken und kann den Ruf eines Unternehmens erheblich schädigen. Die Einführung von WCAG 2.2 und die Vorbereitung auf WCAG 3.0 (voraussichtlich 2027) verstärken diesen Trend.

Warum Scheitern Apps an den Standards?

Es gibt eine Vielzahl von Gründen, warum Apps die Barrierefreiheitsstandards verfehlen. Viele davon sind auf mangelndes Wissen, fehlende Ressourcen oder falsche Prioritäten zurückzuführen.

Mangelndes Bewusstsein und Wissen

Ein wesentlicher Faktor ist das mangelnde Bewusstsein für Barrierefreiheit bei Entwicklern und Designern. Viele sind sich der Bedeutung von Accessibility Guidelines nicht bewusst oder verstehen die technischen Anforderungen nicht vollständig. Die Komplexität der WCAG-Richtlinien kann abschreckend wirken, insbesondere für Teams mit begrenztem Fachwissen.

Fehlende Ressourcen und Zeit

Die Integration von Barrierefreiheit erfordert Zeit und Ressourcen. Viele Unternehmen betrachten sie als zusätzliche Belastung und priorisieren sie nicht ausreichend. Die Kosten für die Umsetzung können als Hindernis wahrgenommen werden, insbesondere für kleinere Unternehmen.

Falsche Prioritäten und kurzfristiges Denken

In der schnelllebigen Welt der mobilen Entwicklung herrscht oft kurzfristiges Denken vor. Barrierefreiheit wird oft als unwichtige Details angesehen, die später behandelt werden können. Dies führt zu einem Teufelskreis, in dem Barrierefreiheit immer weiter nach hinten verschoben wird.

Technische Herausforderungen

Die Entwicklung barrierefreier mobiler Apps ist technisch anspruchsvoll. Es erfordert ein tiefes Verständnis von Assistive Technologies wie Screenreadern (z.B. VoiceOver auf iOS, TalkBack auf Android) und die Fähigkeit, komplexe Interaktionen zugänglich zu gestalten. Die Fragmentierung der mobilen Plattformen (Android vs. iOS) erschwert die Entwicklung zusätzlich.

WCAG 2.2 und die Vorbereitung auf WCAG 3.0

WCAG 2.2 brachte wichtige Aktualisierungen und Klarstellungen zu bestehenden Richtlinien. Diese umfassen verbesserte Kriterien für Audio- und Videobeschreibungen, Tastaturkontrolle und anpassbare Inhalte. Die Einhaltung von WCAG 2.2 ist in Deutschland durch das Behindertengleichstellungsgesetz (BGG) und in der Schweiz durch das Schweizerische Obligationenrecht (OR) gefordert.

Die Entwicklung von WCAG 3.0 zielt darauf ab, die Richtlinien noch umfassender und benutzerfreundlicher zu gestalten. Ein Schwerpunkt liegt auf der Integration von KI und maschinellem Lernen zur automatisierten Bewertung von Barrierefreiheit. Die Vorbereitung auf WCAG 3.0 erfordert, sich mit den neuesten Entwicklungen im Bereich der Assistive Technologien und der künstlichen Intelligenz auseinanderzusetzen.

Konkrete Beispiele für Barrierefreiheitsprobleme

Unzureichende Kontraste

Viele Apps weisen unzureichende Kontraste zwischen Text und Hintergrund auf, was die Lesbarkeit für Menschen mit Sehbehinderungen erschwert. Dies ist ein häufiger Fehler, der leicht zu beheben ist.

Fehlende Alternativtexte für Bilder

Bilder ohne Alternativtexte sind für Screenreader-Benutzer unsichtbar. Dies führt dazu, dass wichtige Informationen verloren gehen. Alternativtexte sollten den Inhalt und die Funktion des Bildes präzise beschreiben.

Komplexe Navigation

Eine komplexe und unübersichtliche Navigation kann für Menschen mit kognitiven Einschränkungen oder motorischen Schwierigkeiten eine Herausforderung darstellen. Die Navigation sollte intuitiv und einfach zu bedienen sein.

Fehlende Tastaturunterstützung

Viele Apps sind ausschließlich für die Bedienung mit dem Touchscreen konzipiert und bieten keine ausreichende Tastaturunterstützung. Dies schließt Menschen aus, die eine Tastatur oder andere Eingabegeräte verwenden.

Dynamische Inhalte ohne Ankündigung

Änderungen an dynamischen Inhalten (z.B. Benachrichtigungen, sich aktualisierende Daten) müssen Screenreadern bekannt gegeben werden, damit Benutzer auf dem Laufenden bleiben. Fehlende Ankündigungen können zu Verwirrung und Frustration führen.

Ein Fallbeispiel: Ein Online-Shop für Bekleidung

Ein mittelständischer Online-Shop für Bekleidung hatte Probleme mit der Barrierefreiheit seiner mobilen App. Kunden beschwerten sich über Schwierigkeiten beim Finden von Produkten und beim Bestellvorgang. Nach einer Accessibility Audit wurde festgestellt, dass die App unzureichende Kontraste, fehlende Alternativtexte und eine komplexe Navigation aufwies.

Durch die Umsetzung der Empfehlungen des Audits konnte der Online-Shop die Barrierefreiheit seiner App deutlich verbessern. Dies führte zu einer höheren Kundenzufriedenheit und einer Reduzierung von Beschwerden. Zusätzlich konnte das Unternehmen rechtliche Risiken minimieren.

Die Rolle von AI-gestützten Tools

Manuelle Barrierefreiheitstests sind zeitaufwändig und teuer. AI-gestützte Tools wie Accessio.ai können den Prozess automatisieren und die Effizienz steigern. Diese Tools analysieren den Quellcode der App und identifizieren potenzielle Barrierefreiheitsprobleme. Im Gegensatz zu Overlay-Lösungen, die nur die visuelle Darstellung verbessern, adressiert Accessio.ai die Probleme auf Code-Ebene und sorgt so für eine nachhaltige Lösung.

Accessio.ai ermöglicht es Entwicklern, Barrierefreiheitsprobleme frühzeitig im Entwicklungsprozess zu erkennen und zu beheben, was Zeit und Ressourcen spart. Die Lösung arbeitet direkt im Quellcode und bietet umfassende Informationen zur Behebung der Probleme.

Key Takeaways

  • Die hohe Rate an nicht-barrierefreien Apps ist ein ernstes Problem, das weitreichende Konsequenzen hat.
  • Mangelndes Wissen, fehlende Ressourcen und falsche Prioritäten sind die Hauptursachen für dieses Problem.
  • WCAG 2.2 und die Vorbereitung auf WCAG 3.0 erfordern eine verstärkte Anstrengung in Richtung Barrierefreiheit.
  • AI-gestützte Tools wie Accessio.ai können den Barrierefreiheitsprozess automatisieren und die Effizienz steigern.
  • Barrierefreiheit ist nicht nur eine rechtliche Verpflichtung, sondern auch eine Frage der sozialen Verantwortung und der Kundenzufriedenheit.

Next Steps

  • Führen Sie eine Accessibility Audit Ihrer mobilen App durch.
  • Schulen Sie Ihre Entwickler und Designer in den Grundlagen der Barrierefreiheit.
  • Integrieren Sie Barrierefreiheit in Ihren Entwicklungsprozess.
  • Nutzen Sie AI-gestützte Tools wie Accessio.ai, um den Barrierefreiheitsprozess zu automatisieren.
  • Bleiben Sie auf dem Laufenden über die neuesten Entwicklungen im Bereich der Accessibility Guidelines und Assistive Technologien.
  • Erstellen Sie einen Barrierefreiheitsbericht und kommunizieren Sie Ihre Fortschritte transparent.
  • Suchen Sie Feedback von Menschen mit Behinderungen.

Die Zukunft der mobilen Apps liegt in der Inklusivität. Nur durch eine konsequente Umsetzung von Barrierefreiheitsstandards können wir sicherstellen, dass jeder Mensch ungehindert von digitalen Angeboten profitieren kann.

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