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ROI & Business Case

10 Barrieren, die Unternehmen 2026 Millionen Kunden und Rechtsstreitigkeiten kosten – und wie man sie vermeidet

Der digitale Wandel schreitet voran, und mit ihm die Erwartung der Nutzer an eine nahtlose, inklusive Online-Erfahrung. Viele Unternehmen in Deutschland,...

ATAccessio Team
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Der digitale Wandel schreitet voran, und mit ihm die Erwartung der Nutzer an eine nahtlose, inklusive Online-Erfahrung. Viele Unternehmen in Deutschland, Österreich und der Schweiz unterschätzen jedoch die enormen finanziellen und rechtlichen Risiken, die mangelnde Barrierefreiheit birgt. Es geht nicht nur um ethische Verantwortung, sondern um einen klaren Business Case, der sich in Umsatzsteigerung, verbesserter Reputation und Risikominderung widerspiegelt. Dieser Artikel beleuchtet zehn typische Fehler, die Unternehmen teuer zu Buche schlagen, und zeigt, wie sie vermieden werden können.

Die wachsende Bedeutung von Barrierefreiheit in DACH

Die gesetzlichen Rahmenbedingungen verschärfen sich. Die Behindertenausgleichsgesetzgebung (in Deutschland), das Bundesbehindertengesetz (in Österreich) und das Schweizerische Gesetz über die Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen (GGB) fordern zunehmend die Umsetzung von Barrierefreiheit in digitalen Angeboten. Die Europäische Norm EN 301 549 orientiert sich an den Web Content Accessibility Guidelines (WCAG) und dient als Referenz für die Barrierefreiheit in öffentlichen Sektoren. Mit der Veröffentlichung von WCAG 2.2 im Jahr 2023 und der Einführung der EAA 2026 (Europäische Accessibility Act 2026) werden die Anforderungen noch weiter gesteigert.

Unternehmen, die sich diesen Anforderungen widersetzen, riskieren nicht nur hohe Geldstrafen, sondern auch teure Rechtsstreitigkeiten und den Verlust von Kunden.

Die Zielgruppe für barrierefreie Angebote ist größer, als viele denken. Sie umfasst nicht nur Menschen mit sichtbaren Behinderungen, sondern auch ältere Menschen, Personen mit temporären Einschränkungen (z.B. gebrochener Arm) und Nutzer mit technischen Schwierigkeiten.

10 Kostspielige Barrierefreiheitsfehler

1. Fehlende Alt-Texte für Bilder

Bilder ohne aussagekräftige Alt-Texte sind für Screenreader-Nutzer unbrauchbar und verringern die Nutzererfahrung erheblich. Suchmaschinen ignorieren Bilder ohne Alt-Texte ebenfalls, was sich negativ auf die SEO auswirkt. Ein Beispiel: Ein Online-Shop für Mode verkauft ein Kleid, das keine Beschreibung hat. Ein blinder Nutzer kann das Kleid nicht identifizieren und verlässt die Seite frustriert.

2. Mangelnder Farbkontrast

Unzureichender Farbkontrast zwischen Text und Hintergrund erschwert das Lesen für Menschen mit Sehbehinderungen. Die WCAG 2.2 definiert klare Kontrastverhältnisse (mindestens 4.5:1 für normalen Text, 3:1 für großen Text). Ein Beispiel: Eine Website mit dunklem Text auf schwarzem Hintergrund ist für viele Nutzer unlesbar.

3. Komplexe und inkonsistente Navigation

Eine verwirrende Navigation frustriert alle Nutzer, insbesondere aber Menschen, die auf Tastatur oder Screenreader angewiesen sind. Die Navigation sollte logisch, konsistent und leicht verständlich sein. Ein Beispiel: Eine Website mit versteckten Menüs und unlogischen Link-Strukturen ist schwer zu navigieren.

4. Fehlende Tastaturnavigation

Viele Websites sind ausschließlich mit der Maus bedienbar. Dies schließt Nutzer aus, die keine Maus verwenden können (z.B. Menschen mit motorischen Einschränkungen). Alle Elemente sollten per Tastatur erreichbar und bedienbar sein. Ein Beispiel: Ein Formular, das nur per Mausklick bearbeitet werden kann, ist für Nutzer ohne Maus unbrauchbar.

5. Schlechte Formulargestaltung

Formulare sollten klar, verständlich und fehlerfrei sein. Beschriftungen müssen eindeutig und in der Nähe der Eingabefelder platziert sein. Fehlermeldungen müssen klar und hilfreich sein. Ein Beispiel: Ein Formular mit versteckten Pflichtfeldern und unklaren Fehlermeldungen führt zu Frustration und Abbruch.

6. Automatisch abspielende Videos und Audio

Automatisch abspielende Medien können störend und für manche Nutzer sogar schädlich sein (z.B. Menschen mit sensorischen Überempfindlichkeiten). Nutzer sollten die Kontrolle über die Wiedergabe haben. Ein Beispiel: Eine Website, die beim Öffnen automatisch ein lautes Video startet, ist für viele Nutzer unangenehm.

7. Inkompatibilität mit Assistive Technologien

Websites sollten mit gängigen Assistive Technologien wie Screenreadern, Spracherkennungssoftware und Vergrößerungssoftware kompatibel sein. Regelmäßige Tests mit diesen Technologien sind unerlässlich. Ein Beispiel: Ein Screenreader kann wichtige Inhalte auf einer Website nicht korrekt interpretieren.

8. Fehlende oder inkorrekte Überschriftenstruktur

Eine korrekte Überschriftenstruktur (H1, H2, H3 usw.) hilft Nutzern, sich auf einer Seite zu orientieren und wichtige Informationen schnell zu finden. Die Überschriften sollten hierarchisch korrekt verwendet werden. Ein Beispiel: Eine Seite mit fehlenden oder falsch verwendeten Überschriften ist schwer zu überblicken.

9. Dynamische Inhalte ohne ARIA-Attribute

ARIA-Attribute (Accessible Rich Internet Applications) ermöglichen es, dynamische Inhalte (z.B. Pop-ups, Animationen) für Assistive Technologien zugänglich zu machen. Ohne ARIA-Attribute können diese Inhalte für Screenreader-Nutzer unsichtbar sein. Ein Beispiel: Ein dynamisches Menü, das beim Hovern über ein Element erscheint, ist für Screenreader-Nutzer nicht erkennbar.

10. Fehlende Schulung der Entwickler und Content-Ersteller

Barrierefreiheit ist nicht nur eine technische Aufgabe. Entwickler und Content-Ersteller müssen in den Grundlagen der Barrierefreiheit geschult werden, um von Anfang an barrierefreie Websites und Inhalte zu erstellen. Ein Beispiel: Ein Entwickler erstellt eine Website, die zwar optisch ansprechend ist, aber zahlreiche Barrierefreiheitsprobleme aufweist, weil er die Grundlagen nicht kennt.

Key Takeaways

  • Barrierefreiheit ist ein Business Case, der sich in Umsatzsteigerung und Risikominderung widerspiegelt.
  • Die gesetzlichen Anforderungen an die Barrierefreiheit werden immer strenger.
  • Die Zielgruppe für barrierefreie Angebote ist breit gefächert.
  • Die oben genannten Fehler können Unternehmen teuer zu Buche schlagen.
  • Schulung und kontinuierliche Verbesserung sind entscheidend für den Erfolg.
  • Accessio.ai bietet KI-gestützte Lösungen zur Automatisierung der Barrierefreiheit, die das Problem an der Wurzel – im Quellcode – angehen und so effektiver sind als Overlay-Lösungen.

Next Steps

  • Führen Sie eine Barrierefreiheitsscan-Analyse Ihrer Website durch. Es gibt zahlreiche Tools, die Ihnen dabei helfen können.
  • Schulen Sie Ihre Entwickler und Content-Ersteller in den Grundlagen der Barrierefreiheit.
  • Integrieren Sie Barrierefreiheit in Ihren Entwicklungsprozess.
  • Führen Sie regelmäßige Usability-Tests mit Menschen mit Behinderungen durch.
  • Erwägen Sie die Implementierung einer AI-gestützten Lösung wie Accessio.ai, um den Barrierefreiheitsprozess zu automatisieren und die Effizienz zu steigern.
  • Überprüfen Sie regelmäßig Ihre Website und Inhalte auf Barrierefreiheit und passen Sie sie bei Bedarf an.
  • Dokumentieren Sie Ihre Barrierefreiheitsprozesse und kommunizieren Sie diese transparent an Ihre Kunden.

Die Investition in Barrierefreiheit ist nicht nur eine Frage der Ethik, sondern eine kluge Geschäftsentscheidung, die langfristig zum Erfolg Ihres Unternehmens beiträgt.

10 Barrieren, die Unternehmen 2026 Millionen Kunden und Rechtsstreitigkeiten kosten – und wie man sie vermeidet | AccessioAI